Fest zum 20-jährigen Jubiläum der Sophie-Scholl-Schule Gießen

Was für eine tolle Feier: Viele BesucherInnen, tolle Angebote, prima Stimmung, eifrige Sportler beim Sponsorenlauf, großzügige Spenden, engagierte Eltern und vieles mehr, was uns begeistert! Wir haben den Tag sehr genossen und uns an den netten Kontakten erfreut. Unser Dank gilt allen, die zum Gelingen beigetragen haben. Die guten Erfahrungen lassen uns überlegen, häufiger und regelmäßig in diesem Rahmen zum Feiern zusammenzukommen.

Schnellstmöglich werden wir jetzt natürlich daran gehen, unsere Vorhaben zur Ausgestaltung der Räumlichkeiten umzusetzen.

Für die Schulgemeinde

Annegret Roggenkamp, Schulleiterin

 

 

Wo Inklusion gelebt wird

Große Reden sollten heute nicht geschwungen werden. "Das hatten wir alles schon beim Festakt im vergangenen September", sagte die Schulleiterin Sekundarstufe Annegret Roggenkamp, als sie bei strahlendem Sonnenschein Kinder, Eltern, Lehrer und viele Ehemalige der Sophie-Scholl-Schule auf dem Gelände der Sekundarstufe an der Rödgener Straße begrüßte. An diesem Tag sollte einfach nur der 20. Geburtstag der Inklusiven Grund-und Gesamtschule gefeiert werden, in der seit 1998 in Trägerschaft der Lebenshilfe, behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam zur Schule gehen.

Eine Mischung an Mitmachangeboten, Ausstellungen, Musik und Verköstigungen sorgten für einen kurzweiligen Nachmittag. Den Auftakt bildete der Auftritt des Primarstufenchors, der unter anderem das von Lehrerin Ulrike Bauspieß geschriebene Lied "Inklusion" vortrug. Dann verteilten sich die zahlreichen Gäste auf dem weitläufigen Schulgelände: Sie feuerten die Teilnehmer des Sponsorenlaufs an, versuchten sich an einem Rollstuhlparcours, spielten das Kollegiumsmemory oder nahmen die anderen Spiel-und Bastelmöglichkeiten wahr.

Die Fuchsklasse der Primarstufe hatte sich beispielsweise etwas Besonderes ausgedacht: Sie zeigte anhand von Aufgaben, wie es sich anfühlt, mit anderen Voraussetzungen durchs Leben zu gehen. So ist die neunjährige Emilia viel kleiner als ihre gleichaltrigen Mitschüler. Mit einer münzbeschwerten Mütze und Schwimmnudeln zwischen Armen und Beinen konnten die Besucher nachfühlen, wie es für Emilia ist, Treppen zu steigen und sich zu bewegen.

"Vor 20 Jahren hätte keiner gedacht, dass unsere Schule so existieren würde, wie sie jetzt dasteht", sagte Primarstufenleiter Ralph Schüller. Die Einrichtung sei eine wichtige Ergänzung und ein fester Bestandteil der Schullandschaft geworden. "Hier wird die gegenseitige Wertschätzung und die Inklusion gelebt und nicht von oben verordnet", betonte Schüller. "Die Sophie-Scholl-Schule ist eine Schule, in die ich selbst gerne jeden Morgen gehe."

Die Spendenerlöse des Nachmittags aus Kuchenverkauf, Tombola und Sponsorenlauf werden für die "Chillräume" der beiden Schulzweige verwendet werden. Am Abend ging der Spielnachmittag in eine Feier mit Musik und Tanz über.

Sonja Hähner ;Gießener Allgemeine 19.05.19

 

 

Entspannte Atmosphäre bei frühlingshaftem Wetter

 

Die Eröffnung der Jubiläumsfeier zum 20. Geburtstag der Sophie-Scholl-Schule Gießen wurde wegen frühlingshaft-warmen Wetters kurzerhand nach draußen verlegt. Vor dem 2013 bezogenen Neubau der Sekundarstufe der Sophie-Scholl-Schule in der Rödgener Straße 72 begrüßten Annegret Roggenkamp, Leiterin der Sekundarstufe und Ralph Schüller, Leiter der Primarstufe, die zahlreich erschienenen Gäste. Die beiden Leitungen zeigten sich stolz auf 20 Jahre inklusive Bildungsarbeit mit dem reformpädagogischen Schulkonzept. „Die Sophie-Scholl-Schule ist fester Bestandteil der Gießener Schullandschaft“, so Ralph Schüller. Dies zeige sich insbesondere über die sich verstetigenden Kooperationen der Sophie-Scholl-Schule, wie zum Beispiel mit der Universität Gießen.

Im Zentrum der Feier standen dieses Mal keine langen Reden, sondern der entspannte Austausch zwischen Eltern, PädagogInnen, SchülerInnen und weiteren Interessierten. Maren Müller-Erichsen, Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen und Initiatorin der Sophie-Scholl-Schule, flanierte über das weitläufige Schulgelände und freute sich darüber, dass die Spiel- und Experimentier-Angebote Mehr über... Sophie-Scholl-Schule (12)Lebenshilfe Gießen (62) des Mathematikums regen Anklang fanden. Neben einem Sponsorenlauf, bei dem die SchülerInnen ordentlich ins Schwitzen kamen, bot ein Rolliparcour allen Interessierten die Möglichkeit, einmal selbst einen Rollstuhl über Hindernisse hinweg zu manövrieren und dabei zu erfahren, wieviel Geschicklichkeit dies erfordert. „Die Einfühlung in das Empfinden eines Kindes mit Behinderung ist für mich nach wie vor einer der wichtigsten Gründe für die Wahl der Sophie-Scholl-Schule“, erzählte eine Mutter, deren Tochter Schülerin der Primarstufe ist.

Am Rande einer von den SchülerInnen der Sekundarstufe organisierten Kunst-Versteigerung berichtete Annegret Roggenkamp, dass die Kultur der Wertschätzung jedes einzelnen Kindes den unverwechselbaren Charakter der Sophie-Scholl-Schule ausmache und die Grundlage für die Förderung darstelle. „Für unsere GrundschülerInnen stellt der Wechsel in die 5. Klasse – wie so häufig - keinen Bruch dar, da wir den Übergang fließend gestalten können. Wir bieten bis zur Klasse 10 alle Schulformen an, die sich untereinander durch eine hohe Durchlässigkeit kennzeichnen. Leistungssteigerungen oder Lernkrisen führen bei uns nicht zum Verlassen der Schule.“

Verlassen wollten die Schule an diesem beschwingten Tag selbst die SchülerInnen nicht. Sie hielten sich entspannt bei Currywurst und Pommes von Anna Woscht und gekühlten Getränken auf dem Schulgelände auf und blinzelten in die Abendsonne, begleitet von lateinamerikanischen Rhythmen der Band Yerba Colorá der Englisch- und Spanischlehrerin Naomi Keates.

Gießener Anzeige 20.05.19